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Österreich mit großer Einkommensschere zwischen Frauen und Männern

ArbeitgeberArbeitnehmerGleichberechtigung

Zur Förderung der Gleichberechtigung in der Entlohnung von Frauen und Männern sieht die Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz die Erstellung von Einkommensberichten vor. Diese verpflichtenden Berichte unterliegen einem Stufenplan und betreffen derzeit Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von mindestens 500 ArbeitnehmerInnen. Bis 2014 müssen allerdings auch Betriebe mit mindestens 150 ArbeitnehmerInnen einen solchen Rechenschaftsbericht ablegen.
Ziel ist es das Einkommensgefüge – und somit die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen – transparenter zu gestalten. 

Österreich weiterhin eines der Schlusslichter

Dabei ist Österreich in Bezug auf die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen gemäß Eurostat nach wie vor eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich. Europaweit beträgt diese Lücke zwischen 3% (Slowenien) und 30% (Estland). Während dieser Unterschied EU-weit circa 17% beträgt, verdienen in Österreich die Frauen im Schnitt 25% weniger als Ihre männlichen Kollegen. Lediglich in Estland und Tschechien (26%) ist dieses Gefälle noch höher.

Gehaltsschere
Abb.: The unadjusted gender pay gap 2009, Eurostat

Schere geht mit zunehmendem Alter weiter auseinander

Bemerkenswert ist dabei, dass das Einkommensgefüge in jungen Jahren (<30) mit europaweiten 3,1% Unterschied zwischen Männern und Frauen noch vergleichsweise ausgeglichen scheint. Mit zunehmendem Alter – und vor Allem im Haupterwerbsalter – wird die Kluft jedoch größer: 17,5% für 30-40-Jährige und bereits 23,8% beim Vergleich von 40-50-jährigen Männern und Frauen.

Auch Unternehmen profitieren von “Equal Pay”

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte ist der Meinung, dass Unternehmen angesichts zukünftiger Entwicklungen durchaus von einer gerechteren Bezahlung profitieren würden. Die demografische Entwicklung und der daraus resultierende Bewerbermarkt inklusive des vielzitierten „War for Talents“ hätten längst begonnen. Arbeitgeber seien daher zunehmend in der Pflicht für Chancengleichheit (auch in der Bezahlung) zu sorgen, um sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren zu können.

Die verpflichtenden Einkommensberichte seien zwar ein positiver Ansatz; es liege jedoch nun bei den Unternehmen, etwaige Einkommensunterschiede zu analysieren und beseitigen. Auch im eigenen Interesse.

von Alexander Becker in Blog, Für Arbeitnehmer, Für Unternehmen · gepostet vor 765 Tage 5 Stunden 31 Minuten

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